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6 Jun |
Im Kaufrauch – Kaufsucht als Krankheit der Seele Gesundheit
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In einer modernen Konsumgesellschaft ist Einkaufen ein oftmals positiv empfundener Bestandteil des Alltags. Frustkäufe helfen über die schlechte Stimmung hinweg und vermitteln kurzzeitig ein zufriedenes Gefühl. Gefährlich wird es, wenn das Bedürfnis nach immer wieder neuen Einkäufen zum Zwang wird, dem nicht aus eigener Kraft widerstanden werden kann.
Was ist Kaufsucht und wer ist betroffen?
Kaufsucht, fachsprachlich Oniomanie genannt, bezeichnet eine psychische Erkrankung ähnlich der Spiel- oder Esssucht, bei der eine Störung der Impulskontrolle vorliegt. Das bedeutet, dass Betroffene zwanghaft eine Handlung widerholen müssen, auch wenn sie dabei zu Schaden kommen. Betroffen sind laut einer Schätzung der Techniker Krankenkasse etwa 800.000 Menschen in Deutschland. Rund 5% der Bevölkerung werden als gefährdet eingestuft.
Krankheitsbild und weiterer Verlauf
Kaufsüchtige kaufen unkontrolliert ein und erleben in dem Moment der Handlung einen kurzzeitigen Glücksrausch, der sich zu Hause in Schuld und Angstgefühlen wandelt. Die gekauften Waren werden oftmals unausgepackt gehortet, versteckt oder verschenkt. Einschränkungen können zu Depressionen, aber auch körperlichen Symptomen wie Herzrasen und Schweißausbrüche führen.
Wichtig ist, dass die Krankheit rechtzeitig als solche erkannt und therapiert wird. Unbehandelt gelingt es dem Großteil Betroffener nicht aus dem Teufelskreis der Sucht auszubrechen. Die hohen finanziellen Ausgaben stellen auch für Angehörige ein gravierendes Problem dar. Verschuldung, Privatinsolvenz bis hin zum Abrutsch in die Kriminalität führt zum Zerbrechen ganzer Familien.
Ursachen und Behandlung
Experten sehen die Ursachen der Krankheit meist in einem verminderten Selbstwertgefühl. Kaufhandlungen sollen diesen Mangel ausgleichen und negative Gefühle betäuben. Therapieplätze reichen nicht aus und Betroffene mit Wartelisten oder längeren Fahrtstrecken sind oft nicht gewillt, die damit verbundenen Anstrengungen auf sich zu nehmen, jedoch ist eine psychotherapeutische Behandlung sehr zu empfehlen.
Mit einem psychoanalytischen Ansatz kann nach individuellen Ursachen für die Krankheit gesucht und gezielt therapiert werden. Verhaltenstherapien vermitteln Strategien um mit der Kaufsucht im Alltag umzugehen beispielsweise durch Ersatzhandlungen wie Sport. Betroffene müssen sich darauf einstellen, dass es keine komplette Heilung gibt. Aber sie lernen die Kontrolle über die Krankheit und ihr Leben zurückzugewinnen.
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